Caffè liscio e uno strudel di mele con panna

Ein Freund hat mich drei Wochen zuvor eingeladen, mit ihm und zwei seiner Kinder Skiferien im Trentino zu verbringen. Nun ja, Skiferien… Ich war fast 35 Jahre nicht mehr auf der Piste und ich dachte eigentlich, das Kapitel sei für mich endgültig abgeschlossen. Aber dann habe ich komischerweise trotzdem zugesagt. Ich war zwar nach wie vor ziemlich skeptisch in Bezug auf den Wintersport. Aber eine neue, mir bisher unbekannte Gegend kennenzulernen und vor allem zu fotografieren, reizte mich schon.

Nein, Skifahren verlernt man nicht, meinte mein Freund. Das sei so wie beim Fahrradfahren. Gut, am ersten Tag bin ich dann dreimal relativ heftig gestürzt und ich war schon drauf und dran, die Bretter stehen zu lassen. Aber dann habe ich mir ganz einfach vorgenommen, nicht mehr zu stürzen und siehe da, es hat geklappt. Den Rest der Woche fuhr ich wie ein alter Schneehase, als hätte ich die letzten 35 Jahre im Winter nichts anderes gemacht als Skilaufen. Tja, die Macht positiver Gedanken (oder das Glück des Ahnungslosen…); wie man will.

Wir logierten in Ronco Chiesa (888 M.ü.M.), einem Weiler der zum kleinen Ort Canal San Bovo gehört und den wohl sonst überhaupt kein Mensch kennt, der nicht wirklich selbst dort wohnt. In den letzten hundert Jahren hat die Bevölkerung Canal San Bovos stetig abgenommen. Eine Trendwende ist kaum in Sicht, auch wenn in letzter Zeit immer mehr alte Häuser und Schuppen zu Ferienwohnungen umgebaut worden sind.

Auf der Webseite der Gemeinde findet man eine drastische Beschreibung: L’ambiente è severo e quasi aggressivo, non privo però di una particolare suggestività. Nun dieser Strenge und Aggressivität, sowie dieser besonderen Suggestion versuchte ich alsbald fotografisch zu Leibe zu rücken:

(Bilder zum Vergrössern bitte anklicken)

Zum Skifahren ging’s zu den 20 Autominuten entfernten Funivie Lagorai beim Passo Brocon. Drei Sessellifte, die bis 2050 Meter Höhe hinaufführen, bilden die Basis eines kleinen, gepflegten Skigebiets. Die Pisten waren jeden morgen frisch präpariert. Die Preise für Skimiete, etc. sind für Schweizer Verhältnisse ziemlich günstig. Am Wochenende tummeln sich schon recht viele Sportsfreunde auf den Pisten, unter der Woche ist es aber angenehm ruhig; fast leere Pisten und keine Wartezeiten an den Liften.

(Bilder zum Vergrössern bitte anklicken)

Zwei Restaurants auf der Piste lassen kaum kulinarische Wünsche offen. Von Pizza bis Lasagne gibt’s alles, was man beim Italiener gerne isst. Der Strudel di mele mit Rahm und Espresso war mein Schlemmer-Favorit. Après-Ski ist für mich halt ebenso wichtig wie die Qualität der Piste. Was würde mir eine perfekte Skipiste nützen, wenn ich dort Hunger und Durst leiden müsste?

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FMR at „Chalet Heidi“ in Lagorai

Und wie kommt man dorthin? Nun, für eine vernünftige Wegbeschreibung gibt’s ja Navis und Apps. Ich ergänze nur: Die Fahrt quer durch die Alpen findet praktisch ausschliesslich in Tunnels statt. So jedenfalls fühlte sich das an.

9 Gedanken zu „Caffè liscio e uno strudel di mele con panna

  1. Lieber Franz

    Ich lese sehr gerne Deine Beiträge und die Bilder sind super. Vielleicht machst Du mal ein Büchlein daraus. Mit Fotoapparat durch die CH ?

    Es wird sich lohnen und wird sicher gelesen.

    Grüsse von verschneitem Rickatschwende = Entschlackung !!!!

    Jaromira Dr. phil. Jaromira Kirstein

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank! Ich hatte gar nicht so viel Zeit zum Fotografieren, denn wir waren viel auf der Piste oder sonst unterwegs. Aber ja, die Gegend hat ihren Reiz, vergleichbar vielleicht mit den Tessiner Bergtälern (die ich ein wenig kenne). Und was ich noch gar nicht erwähnt habe: Die Leute dort sind sehr freundlich. Ich war selbst erstaunt, Skifahren verlernt man wirklich nicht!
      Schöne Grüsse, Franz

      Gefällt 1 Person

    1. Danke dir. Ja, das ist so. Die Fahrt dorthin und zurück ist schon ziemlich düster. Wenn man Pech hat, steht man auch noch eine schöne Weile im Stau. Aber das Trentino ist dann schon sehenswert.
      LG Franz

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