Offenes Spiel

303
Finding the appropriate level of abstraction 5

Ein diffuses Geflecht aus (Selbst-)Täuschungen verstellt uns regelmässig den Blick auf viele Banalitäten, aber auch auf die Hintergründe des Lebens.
Was jeder gerne so einfach und klar begreifen möchte, kann scheinbar nicht abschliessend wahrgenommen und verstanden werden.
Ist diese Undurchdringlichkeit der Dinge und Umstände unsere wahre Realität?
Die Grenzen der Erkenntnis.
Solange es Menschen gab, gab es Suchende, die diese Grenzen überwinden wollten.
Doch was haben sie je gefunden?
Auf Fragen folgten weitere Fragen.
Antworten haben deshalb nur eine kurze Halbwertszeit oder sie gefrieren zu Dogmen.
Dogmen bieten jedoch manchmal Trost und Halt.
Muss man sich selbst belügen, um Trost und Halt zu finden?
Wahn oder Realität?
Ich scheine bin ratlos zu sein, wenn ich ehrlich bin.

(Nr. 5 war neben Nr. 2 die Variante aus dem letzten Beitrag mit dem stärksten Zuspruch)

9 Gedanken zu „Offenes Spiel

  1. Je klarer die Pixel – nennt man das so? – eines Bildes hervortreten, desto unklarer wird das Gesamtbild, das eigentliche Motiv. Man kann darin ganz nach Belieben Dinge sehen, die auch noch ständig wechseln können. Als Kind hatte ich so eine Tapete, in der ich alles sehen, aber keines der Bilder festhalten konnte. Daraus entwickelten sich viele Illusionen, aber keine Wahrhaftigkeit. Für mich war das spannend und beängstigend zugleich. Geblieben ist mir das Bewusstsein, dass nichts so sein muss, wie es scheint und der Wunsch nach dem Überblick.

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank für diesen Kommentar. Der Vergleich mit dieser Tapete gefällt mir. Illusionen gelingen mit solchen Vorlagen leicht, der Überblick – na ja, wer hat den schon…
      Das mit den Pixeln, also die Aussage ist zwar korrekt, denn wenn man Pixel klar erkennt, geht das Gesamtbild flöten. Aber in diesem Fall sieht man keine Pixel, sondern schwungvoll verwischte Lichtspuren.
      LG Franz

      Gefällt 1 Person

  2. Als Symbol für unsere Erkenntnismöglichkeiten erinnert mich dein Foto an das antike Höhlengleichnis – Schatten an der Wand.
    Idee gerade: je kürzer wir belichten (also „hinsehen“), um so schärfer kann das Bild (die Erkenntnis) sein – trifft für mich in fast allen Fällen zu.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für diesen Vergleich mit dem Höhlengleichnis. Das Bild hat ja was diffus-schattiges. Für mich heisst dann der Umkehrschluss bei der Belichtungszeit: Je länger wir „hinsehen“, umso geringer würde die „Erkenntnis“.

      Gefällt mir

      1. Ja, je nach Definition von Erkenntnis: je länger wir hinschauen, desto mehr Details nehmen wir wahr, also um so mehr auch widersprüchliche Aspekte müssen wir zur Kenntnis nehmen. Ergo verlieren zunächst klar geglaubte Konturen an Eindeutigkeit, oszillieren um eine Erkenntnisspur sozusagen.
        Frühstücksphilosophie … (danach! nie auf nüchternen Magen!)

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s