reflection

Schwerkraft

Spiegel können wirklich sehr viel anrichten. Schwerste Steine einfach mal in den Himmel hieven, zum Beispiel!

Manchmal hilft so ein „verkehrter“ Blick auf die Welt, um einiges leichter werden zu lassen. Das ist schön, vor allem auch die Gewissheit, dass diese Steine einem sicher nicht auf den Kopf fallen werden.

Manch anderes fliegt einem dann ja doch wieder um die Ohren sobald man fertig gestaunt und meditiert hat… Und trotzdem versuche ich immer wieder, Dinge anders oder neu zu bewerten, Dinge eben leichter zu nehmen.

17.Juni 2017

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Infinity Mirror

Wer im Bad einen Spiegelkasten mit zwei Flügeln hat, die auf der Innenseite auch spiegeln, kennt das Phänomen gut. Es hilft nicht nur beim Haare kämmen am Hinterkopf, wenn man sich zwischen diese Spiegel stellt. Nein, man kriegt obendrauf auch einen kostenfreien Blick in die Unendlichkeit!

Angeblich… Denn obwohl diese Spiegelanordnung „Unendlichkeitsspiegel“ genannt wird, verliert sich der Effekt „unendlicher Ferne“ schon nach wenigen Spiegelungen, meist wegen banaler Abweichungen der notwendigen Parallelstellung. Selbst wenn die Spiegel perfekt parallel stünden, was schon wenig wahrscheinlich ist, so würde der Effekt mangels Lichtstärke nach wenigen Reflektionen verloren gehen. So oft ich auch Unendlichkeitsspiegel bestaunt habe, effektiv waren jeweils um die 20 statt unendliche Spiegelungen sichtbar.

Da auch der Unendlichkeitsspiegel im Technorama Winterthur ziemlich endliche Ergebnisse zeigt, spendiere ich dem Bild zusätzlich noch einen Fehler beim Bildschnitt. Fehler sind eben die Regel, Perfektion die grosse Ausnahme. So ist unsere Welt beschaffen und mit Begriffen wie dem der Unendlichkeit haben wir sowieso unsere liebe Mühe.

22. Mai 2017

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„Sowohl als auch“ oder die Bildbetrachtung eines Skeptikers

Warum fährt denn das Mädchen jetzt gleich durch die Pfütze? Weil das der kürzeste Weg ist oder doch eher, weil es Spass macht? Warum macht es denn Spass, auf diese Art Wirkung zu erzielen? Warum unterstellen wir dem Mädchen überhaupt die Intention, mit seiner Fahrt durch die Pfütze Wirkung und Spass erzielen zu wollen?

Weil das logisch ist?

Wenn das also völlig logisch wäre, gäbe es dann überhaupt noch eine Handlungsalternative? Und sind wir nicht auch noch – logischerweise – so „programmiert“, solche Momente genau so und nicht anders zu beurteilen? Wie könnte man diesen fotografierten Moment anders bewerten? Okay, mit Humor ist vieles (scheinbar) möglich… Aber im Ernst: Wären wir also durch die Evolution derart „programmiert“, wäre dann, um es etwas poetisch auszudrücken, unsere Seele vom Universum nur geborgt? Sind dann unsere Entscheidungen, unsere Ziele, unsere Wünsche und unser Denken in Wahrheit nur Träume des Universums? Wie subjektiv sind dann unsere Momente, unsere Zeit-Räume? Ist Subjektivität nicht einfach nur eine Illusion? Denn die Realität wäre ja eigentlich reine Objektivität. Werden wir lediglich von Moment zu Moment gejagt mit der Illusion im Kopf selbst zu handeln?

Sind wir nun frei oder sind wir lediglich Bioroboter?

Sowohl als auch, wäre meine Vermutung. Es fühlt sich jedenfalls so an, als ob man frei wäre, sich zu entscheiden, durch eine Pfütze zu fahren oder – eben nicht. Und das ist es, was, subjektiv betrachtet, letztlich zählt. Aber objektiv betrachtet, ereignet sich zugleich alles lediglich folgerichtig und mit statistischer Wahrscheinlichkeit vorhersehbar und somit scheint jeder Moment wesentlich determiniert zu sein.

Freier Wille und Determiniertheit sind vielleicht einfach zwei Seiten der gleichen Medaille. Und dieses Sowohl-als-auch zu erleben, ist wohl der Grund für das spirituelle Eins-Sein mit dem Universum.

21. April 2017

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