Waldlicht durchs Pinhole eingesammelt

Nun ein Spaziergang im Wald brachte in den letzten Tagen zwar auch keine nennenswerte oder gar gröber messbare Abkühlung. Denn die Sommerhitze hat inzwischen auch den Wald um Weinfelden herum zünftig aufgewärmt, was ich irgendwie faszinierend fand.

Aber da ich nicht den ganzen Tag im lauwarmen Pool hängen kann, mache ich ab und zu solche Ausflüglein und nehme dann auch noch meine relativ frisch gebastelte Lochkamera mit.

Sogar ein Stativ habe ich herumgeschleppt, da eine Lochkamera nun mal eine relativ lange Verschlusszeit braucht und ich öfters zwar, aber nicht immer auf ICM stehe. Dass bei meinem „Shooting“ (Dieses Fotodeutsch verstehe ich nicht, denn eine Kamera schiesst ganz und gar nichts – im Gegenteil, auch wenn die Spiegelreflexkameras hörbar mit dem Spiegel klackern) dann das Stativ nach ein paar Versuchen den Dienst ziemlich heftig quittierte, indem es ein nützliches Teil irreparabel von sich warf (hat wohl auch an der Hitze gelegen…), musste ich hilflos akzeptieren.

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Black as coal

Ich vermute, jeder kennt solche Zeiten, wo sie oder er am liebsten alles nur noch schwarz malen würden. Weil es dem stimmungsmässigen Zustand entspricht, zu dem gerade keine Alternative mehr in Sicht ist. Und doch könnte man unter dieser schwarzen Farbe auch das Grün frischer Frühlingspflanzen erahnen. Es ist wie immer fast alles eine Frage der Bewertung oder der Brille, die man sich aufsetzt.

Aber: Schwarz gehört ganz einfach zum Leben. Ich finde, bekämpfen sollte man es nicht, man sollte es vielmehr annehmen und dann diesen Nullpunkt als neuen Startpunkt begreifen. Denn auch Schwarz hat seine eigne Kraft, woraus man Schritt für Schritt neuen Elan schöpfen kann.

Wenn man eigne Ziele nicht mehr erreicht, vielleicht sogar in Serie nicht, dann fängt die Schwarzmalerei an. Im Prinzip ist sie ein prima Signal, das mir sagt: He, hier solltest du schon etwas ändern. Zum Beispiel sich realistischere Ziele zu setzen. Das wäre dann der Sinn einer Depression, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von Sinn sprechen möchte. Deshalb halte ich den Kontakt zur Farbe Schwarz. Sie ist paradoxerweise ein Kompass im Leben, um den Weg nicht zu verlieren.

Ich bin übrigens zurzeit nicht depressiv und war es auch schon lange nicht mehr. Aber mein Beitragsbild erinnert mich doch an dunklere Zeiten und zugleich gefällt es mir, weil selbst in dieser Dunkelheit immer noch Bewegung, Kraft und sogar etwas Hoffnung sichtbar ist, genau wie in diesem Song, der mich schon ein Leben lang begleitet: