Spiel und Intuition

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Manchmal werde ich gefragt, was denn dieses oder jenes meiner Bilder darstelle. Leider – so muss ich fast schon sagen – habe ich bisher immer brav erzählt, was konkret das Ausgangsmaterial war und vor allem auch wie ich es in fototechnischer Hinsicht gemacht habe. Zum Beispiel wenn ein Bild aussieht, als sei es eine Doppel- oder Mehrfachbelichtung (nicht bei diesen hier). Irgendwie war ich halt stolz darauf, verschiedene Bilder zu kreieren, die nach Doppel- oder Mehrfachbelichtung aussehen, aber tatsächlich nur Einfachbelichtungen sind. Mit solchen Erklärungen habe ich jedoch das bisschen Zauber selber aus den Bildern genommen. Schade eigentlich.

Nun in diesem dritten aufeinanderfolgenden Beitrag mit abstrakten Fotografien lasse ich solche Erklärungen ganz weg. Meine Ausflüge ins Abstrakte folgen ja weder einem Plan noch einer bestimmten Technik. Sie bedeuten mir vor allem – Freiheit. Die Freiheit mit fototechnischen Mitteln zu spielen. Man mag den Begriff Intuition in diesem Zusammenhang für überstrapaziert halten. Will nicht jeder, der keine näheren Erklärungen zu seinen Werken abgeben mag, die Intuition als eine besondere Quelle schöpferischen Tuns herausstellen?

Dennoch weiss ich keine bessere Erklärung für den Ursprung meiner Bilder, nicht nur den der Abstrakten. Selbst wenn ich doch einmal einem Plan folge, kam die Idee dazu eigentlich immer sehr spontan. Am schönsten empfinde ich den Prozess des Bilderherstellens, wenn aus einer spontanen Idee heraus, sich spielerisch weitere Möglichkeiten ergeben, denen zu folgen wiederum neue Horizonte öffnen. Den mentalen Zustand während dieser Arbeit hat Csikszentmihalyi mit dem Begriff Flow treffend benannt. Im Zustand des Flows sind Anforderungen und Fähigkeiten im Gleichgewicht. Weder Stress noch Langeweile sind dann Thema. Mir gefällt besonders die Selbstvergessenheit, die sich damit regelmässig einstellt. Anders als beim Meditieren, wo die temporäre Auflösung des Ichs eine Heidenarbeit darstellt, gelingt ein ähnlicher Zustand im Flow sozusagen nebenbei.

Date

Was ich im letzten Beitrag begonnen habe, möchte ich hier fortsetzen: Bilder zu zeigen, die teils völlig abstrakt sind, zum Teil aber noch erkennbare Objekte enthalten. Bei jener Bildserie habe ich auf den Ursprung, die rostigen Wände, hingewiesen. Man hätte diese Ausschnitte bei oberflächlicher Betrachtung ja auch für Aufnahmen von Baumrinde halten können. Nun hier ist ein solcher Hinweis auf konkrete Objekte gewiss nicht nötig. Ich habe mir nur überlegt, ob ich statt des trockenen Date den romantischeren Begriff Rendez-vous verwenden soll.

 

Konkret abstrakt

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Es gibt Tage, da bin ich es leid, Konkretes abzulichten und dann möchte ich gerne abstrakte Bilder kreieren. Doch mit dem Fotoapparat als Werkzeug bin ich als Ausgangsmaterial immer auf konkrete Gegenstände, Landschaften, Models angewiesen. Um dieses Bedürfnis nach Abstraktion umzusetzen, gibt es bekanntlich viele Tricks und Hilfsmittel, wie z.B. unscharf fokussieren oder ICM-Fotografie. Heute zeige ich einen anderen Zugang: die Wahl eines Bildausschnitts, der das Konkrete hinter sich lässt. Alles was man hier noch erkennen kann ist Rost – und ein Schneckenhäuschen. Letzteres gibt hier eine Idee davon, wie gross etwa die Ausgangsobjekte sein müssen.

Doch bleibt man beim Betrachten dieser Bilder bei der Erklärung Rost hängen? Ich glaube nicht. Unser Gehirn sucht ständig nach Bedeutung in der Umwelt, um ja nichts zu verpassen. Ein abstraktes Bild frustriert nun zuerst einmal dieses Bestreben. Da ist auf einmal etwas, das keinen Sinn ergibt. Dabei kann man es bewenden lassen und weiter gehen.

Oder man lässt sich auf dieses Sinnlose ein. Dann passiert zunächst etwas mit der Wahrnehmung. Unser Gehirn, so wir es nötigen, sich weiterhin mit diesem nutzlosen Objekt auseinanderzusetzen, setzt seine Arbeit fort und sucht immer noch nach Mustern, nach Bekanntem und Vertrautem, nach Positivem und Negativem, nach Ressourcen und Gefahren, auch dort wo gar nichts solches ist. Es kann nicht anders, es muss unsere Umwelt zwanghaft interpretieren.

Und so entdecken wir in völlig abstrakten, durch Zufall geformten Strukturen manchmal doch noch irgendein Muster, manchmal ein Tier, ein Gewölk, ein Virus, eine Szene oder eine ganze Landschaft. Und das alles geschieht sehr schnell. Bevor wir noch darüber nachdenken können, was uns jetzt dieses Bild sagen will, sehen wir dort – eventuell – schon solche vertraute Muster.

Dann erst beginnt die Auseinandersetzung mit einem abstrakten Bild. Ich kann mich fragen, was hat der Schöpfer dieses Bilds aussagen wollen? Hat er diese oder jene „Figur“ absichtlich gesetzt oder sehe nur ich sie als solche? Die Interpretation bleibt meist recht spekulativ oder zumindest subjektiv. Im Allgemeinen kann man versuchen, die Wirkung von Farben, Räumen, Art der Strukturen zu deuten. Es gibt ganz ordentliche Bilder und mehr chaotische Abstrakte, insofern werden auch verschiedene abstrakte Stile unterschieden.

Die Betrachtung abstrakter – scheinbar sinnloser – Bilder kann also recht kurzweilig sein. Bei den dokumentarisch Konkreten ist die Interpretation auf der Ebene des Mustererkennens nämlich sofort beendet bzw. eine Mustersuche muss meistens gar nicht stattfinden. In Bezug auf eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Bilder haben aber die Konkreten oft wieder die Nase vorne.

Ein konkretes Bild vermag Themen und Zusammenhänge darstellen, ein Abstraktes bleibt eher – manchmal wohltuende – Spielerei, die die Fantasie anregt.

Magie zeitloser Räume

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In den Bergen verliert die Zeit ihre Bedeutung. Gewiss, Jahres- und Tageszeiten sind für die Natur auch hier oben relevant, keine Frage. Aber welcher Tag, welches Jahr, welches Jahrhundert, Jahrtausend…? Unerheblich.

Natürlich verändern sich Bergstrukturen ganz langsam mit der Zeit. Doch verglichen mit der Dauer eines Menschenlebens bleibt in der Höhe, wo die Luft dünner und die Sehnsucht grösser wird, vieles vom Joch der sich jagenden Momente, von Gelegenheit und Gegenwart, von Fälligkeitsdaten verschont. Hier ist der Mensch wirklich nur Gast, auch wenn er sich oft nicht entsprechend benimmt.

Jedenfalls ist er klein und unbedeutend im Auge des kreisenden Adlers über der feuchten, baumlosen Hochebene. Reizvoll fingert ewiger Schnee im Sommer die steilen Berghänge hinunter, um den Geissen und Kühen die letzten Grenzen jenseits der Zivilisation zu weisen. Gewiss, wir Menschen halten uns nicht an diese Grenzen. Wir schielen viel weiter nach oben, näher ran ans Metaphysische. Aber auch eine Sauerstoffmaske hilft nicht, dieses übersinnliche Reich zu erklimmen. Die Schwerkraft hält uns auf dem Berggipfel fest.

Freiheit kann der Bergsteiger zwar fühlen und erahnen, falls er dafür Antennen hat, aber nur für winzige Zeitspannen wirklich erleben. Dann wenn er durch diese grandiose Landschaft hindurchzuschauen vermag und den Nachhall des Urknalls spürt. Wenn er die stete Bedrängnis der Chronometer wie auf Adlerschwingen spielend hinter sich lässt. Wenn seine Sehnsucht einen unaussprechlichen Traum gebiert.

Doch kurz darauf kollabiert dieser Traum. Der Gipfelstürmer muss sich mit einem wehmütigen Blick auf seine Uhr auf einen beschwerlichen Rückweg in die Welt der Termine und Fristen aufmachen. Verlängerung der Fiktion würde nur noch ein Gleitschirm versprechen.

Der Traum von Berggipfeln, von unberührter Natur begegnet somit manchmal verborgenen Räumen, denen Zeit völlig gleichgültig ist.

(Die nicht gegenderte Sprache in diesem Beitrag mag für manche eine Zumutung sein. Für mich war’s jetzt halt stimmig, sorry.)

Das grosse Würfelspiel

Einen Weg gehen. Einem Blick standhalten. Ein Muster deuten.

Der Mensch geht seinen Weg. Das Tier sieht in dich hinein. Gott deutet die dunklen Zeichen am Himmel, denn er kennt sie, bevor sie sichtbar werden.

Doch was bestimmt, wer ich bin, wer der andere ist? Der Zufall?

Bist du Mensch, Tier oder Gott? Oder – alles in einem?

Auch ein Tier geht seinen Weg. Der Blick des Tieres kann Gottes Wille offenbaren. Gottes Hand kann eine Illusion sein. Waches Bewusstsein erweist sich als Traumzustand. Intelligente Begriffe sind eigentlich substanzlose Worthülsen. Deutliche, sich aufdrängende Muster können rein gar nichts bedeuten.

Sinn und Unsinn sind Zwillinge.

Gleichmütiges Spektakel

Die perfekte Welle, wie man so schön sagt, die suche ich nicht. Jede Welle, wenn sie mich am Strand mit ihrem Respekt einflössenden und doch fröhlichen Radau begrüsst, ist auf ihre Art wunderbar. Ein irres Feuerwerk aus der Tiefe des Meeres. Jede ist anders und doch gehorchen alle den gleichen Gesetzen, ob gross oder klein, ob wild oder zahm. Jede Welle erzählt ihre kleine Geschichte von ihrer ausgedehnten Reise übers Meer. Von Wind, Salz und Fischerbooten im Mondschein. Von fliegenden Fischen. Von lachenden Delfinen. Von Treibgut und Plastikmüll. Ich bewundere ihre scheinbare Zielstrebigkeit. Selbst auf ihrem diskreten Rückzug vom Strand bleiben sie beeindruckend und souverän.

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Ich weiss, diese Bewegung von Wasser ist nur ein physikalischer Effekt, kein Wesen, das Ziele verfolgt. Doch vielleicht könnte ich dennoch etwas daraus – lernen? Nein, nicht lernen, eher etwas von dieser Bewegung entlehnen. Vielleicht so. Dieses stoiische Akzeptieren, wohin der Wind mich nun mal trägt. Denn steter Widerstand zermürbt mich letztlich mehr als meine Widersacher. Und die beweglichen Wellen siegen auf Dauer über die von Menschen aufhäuften Schutzmauern aus reglosem Stein.

Poseidons Reich

Das Meer. 

Aufgewachsen zwischen schroffen Felsen, glitzernde Sonne auf unendlichem Wasser, unendlich klagende Möwen im Ohr, Salz in den Adern und auf der Haut. 

Nach der Schule und dem einfachen Mittagessen bei der Tante zusammen mit den Kollegen auf den steilen Klippen sitzen, dummes Zeug reden und mit einem fröhlichen Schrei abtauchen ins kühlende Nass, ins Reich der geheimnisvollen Tintenfische. 

Dann sich trocknen lassen von der unendlichen Sonne und ein melancholisches Fischerlied summen.

Delfine tauchen auf, pfeifen und schnattern. Sie erzählen die Geschichte Poseidons, wie er seinen Dreizack in den Fels rammte und fortan dort eine Quelle für unser Dorf hervorsprudelte.

Unendliche Wasser, unendliche Sonne, in der Ferne gleiten Segelboote der Touristen vorbei. – Eine Heimat, die es nicht gab. Nur ein Traum.

Das Meer.

Manarola 3
Manarola 1
Manarola 2

Evolution der Rekorde

Das Leben selbst ist der Motor.

Er sucht diese Intensität, geht immer wieder an seine Grenzen, will alles und sofort. Das Laute und Schnelle siegt zuverlässig im Wettlauf der Evolution.

Manchmal ist dieses Laute und Schnelle auch das Schöne.

Doch warum ist es das? Weil es erfolgreich ist? Weil wir auf diese Reize programmiert sind?

Intensität der Farbe, der Fruchtbarkeit. Wir reden nicht über Symbole. Nein, wir sprechen hier von Rot. Ganz unmittelbar, rein, rasend und unbarmherzig.

Rot – so sanft wie der Beat von Charly Watts auf Rocks Off; so rabiat wie ein lauer Spätsommerabend.

Rot – so laut wie das Vakuum jenseits des Sonnensystems; so leise wie der inbrünstige Schrei eines einsamen Pottwals im Dunkel des Pazifiks.

Rot – so verrückt wie die tägliche Dosis Fluctine zum Frühstück; so normal wie ein Massaker an Ureinwohnern auf einer Karibikinsel.

Rot ist ein irres, befreiendes Lachen.

Rot ist eine Träne, gefüllt mit dem Salz aller Enttäuschungen.

Der Mohn jedenfalls ist rot…

Wir leben, um diese Intensität zu fühlen. Sie nährt unsere Wünsche, unsere Illusionen, unsere Wahnvorstellungen, ohne die wir keinen Tag atmen könnten. Wir lassen uns zu neuen Rekorden hetzen und in absurde Extremismen treiben. Aber an guten Tagen wollen wir einfach nur glücklich sein, lieben und über uns selbst lachen. Insofern wir überhaupt leben, sind wir nur diese Gefühle. Alles andere sind intellektuelle Selbsttäuschungen.

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Endlich wieder eine – nein gleich zwei – Ausstellungen

Covid-19 bedingt habe ich eine lange Weile nicht mehr ausstellen können.

Am Wochenende gibt’s nun gleich zwei Ausstellungen, wo jeweils ein paar meiner Bilder gezeigt werden.

Am Freitag, den 03. September 2021 beginnt um 19 Uhr die Vernissage der Jubiläumsausstellung des Fototreffs Grenzfall Kreuzlingen/Konstanz im Kult-X an der Hafenstrasse 8 in Kreuzlingen. Für diesen Anlass wird Covid-bedingt um eine Anmeldung auf der Homepage des Kult-X gebeten.

Die Ausstellung dauert vom 04. bis 19. September 2021.

Öffnungszeiten:

Samstag/Sonntag: 13 – 17 Uhr

Montag – Freitag: 15 – 19 Uhr

Mittwoch, 08. September 2021: geschlossen

Am Sonntag, den 05. September 2021 findet die art-thur 21 in Frauenfeld in der Festhalle Rüegerholz statt.

Öffnungszeit: 09 – 17 Uhr

Ich freue mich auf Euren/Deinen Besuch am 03.09. in Kreuzlingen und/oder am 05.09. in Frauenfeld!

Cimitero monumentale di Staglieno

Tritt man durch den Haupteingang in diesen monumentalen Friedhof ein, fällt das pulsierende Leben sofort ab wie lästige Fliegen. Der Lärm der nahen Stadt, alle sonst so zuverlässig vor einem stehenden Aufgaben und jegliches strebsame Tun treten in den Hintergrund und man wird gefangen genommen von einer ungeahnten Präsenz und Gegenwärtigkeit der eigenen Existenz und einer merkwürdigen Stille, die durch lautes, nie endendes Zirpen der Grillen noch untermauert wird.

Die lebhaften Farben des Blumenmeers auf den zentralen Grabfeldern verblassen bald vor dem inneren Auge, das sich auf das Wesentliche konzentrieren möchte. Wie selbstverständlich ist der Himmel jetzt bewölkt, die Sonne zieht sich diskret zurück. Der Boden ist zweifelsfrei fest und doch sucht man Halt.

Man fühlt sich klein und bedeutungslos wie in den Bergen, vor allem wenn man vor der neun Meter hohen Statue des Glaubens und vor der monumentalen Treppe steht, die zum mächtigen Pantheon führt. Für einen Moment scheint sich diese Statue langsam zu bewegen, scheint das schwere Kreuz empor zu heben. Als würde sie den Weg zu einem bestimmten Grab zeigen wollen.

Der Begriff Andacht bekommt hier eine neue Dimension, die mit Worten kaum zu fassen ist. Die Zeit verläuft langsamer, sie dehnt sich als sei man kurz vor dem Eintritt in ein galaktisches schwarzes Loch. Jegliche Eile wäre nun lächerlich.

Zehntausende Gräber, unzählige Statuen, Denkmäler, Säulengänge und Grabkapellen umgeben das Pantheon. Die Wünsche der Menschen, Trauer, Schmerz und Hoffnung der Hinterbliebenen, aber auch der Stolz und die Freude über das Erreichte auf Erden sind von Künstlern tausendfach in Marmor gemeisselt und in Bronze gegossen worden. Diese Werke verschiedenster Stilrichtungen, vom Neoklassizismus bis zum Art déco, versuchen die grosse Leere, die der Tod offensichtlich hinterlässt, mit all dem zu füllen, was Menschen bewegt.

Es sind diese Wünsche, die seit Jahrzehnten hartnäckig in den filigranen, zerbrechlichen Engelsflügeln sitzen bleiben und die den wahren Kern des menschlichen Lebens ausmachen, selbst wenn wir das gar nicht mehr verstehen.

Der Wunsch schwerelos und frei zu schweben, zu gleiten, zu fliegen, Grenzen spielend zu überqueren wie ein Schmetterling.

Der Wunsch nach Überwindung des Todes, nach Unsterblichkeit, den wir heute kaum mehr zulassen, es sei denn als belanglose Floskel auf einer Beerdigung, entsprach zur Blütezeit dieses Friedhofs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei vielen Menschen noch einem festen Glaubensbekenntnis.

Ich schaffe es nicht, dieses gigantische Freilichtmuseum der sakralen Bildhauerei systematisch zu durchforsten. Zu weit die Wege, zu umfangreich und verwirrend die ganze Anlage, zu chaotisch vor allem mein Gehirn. Es gibt zwar detaillierte Pläne, sogar zwei kleine Buslinien innerhalb des Friedhofs, die die Angehörigen zu den Gräbern ihrer Liebsten bringen.

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Doch mir bleibt nur ein planloser mehrstündiger Spaziergang, um Eindrücke zu sammeln. Ich finde dabei soviel Melancholisches und Surreales, wie selten zuvor. Zum Beispiel eine lebendige Gottesanbeterin, die auf der Spitze eines Marmorflügels eines kindlichen Engels sitzt; sie betet für die Seelen der vielen toten Kinder oder fängt einfach nur einen Käfer, um satt zu werden.

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Im inneren Ohr erklingt Crêuza de mä, jenes monumentale Lied des Genueser Liedermachers Fabrizio de Andrè, das die Zeit genauso zu dehnen und relativieren vermag wie der Friedhof von Staglieno. Doch leider finde ich sein Grab nicht.

Umbre de muri muri de mainé – Schatten von Gesichtern, Gesichter von Matrosen,

dunde ne vegnì duve l’è ch’ané – woher kommt ihr, wohin geht ihr?

Viale delle Palme

Nichts ahnend ging er die Viale delle Palme vom Bahnhof ins Zentrum von Nervi Genova hinauf, um beim Panificio einen leckeren Panettone genovese basso zu erwerben.

Ein zarter, warmer Windhauch durchstöberte auf einmal die stehende Luft und brachte eine Prise Salz vom nahen Meer mit. Da fielen drei reife Orangen direkt neben ihm krachend zu Boden. Nochmal Glück gehabt.

Im ersten Moment fragte er sich, wer die wohl nach ihm geworfen habe. Doch ein Blick auf die Bäume, die die Strasse säumten, wiesen zu seiner Verblüffung auf eine andere Ursache dieser Attacke hin.

Ja, es stehen auch Palmen an der Viale delle Palme, aber eindrücklicher für einen Menschen nördlich der Alpen sind doch die vielen Orangenbäume, die diese Strasse säumen. Täglich werden die zahlreich herunter fallenden Früchte weggeräumt und dennoch sind sie unübersehbar.

Als er den Pandolce zuhause anschnitt, um ihn seinen Gästen aufzutischen, fiel ein Cubetto Arancia Candita zu Boden. Er schaute das orangene Würfelchen an und musste lächeln. Nein, nein, das bedeutete nichts. Kein Wink des Schicksals oder so. Manchmal häuft der Zufall einfach die gleiche Frucht nachdrücklich ins Blickfeld und das kann schon mal irritieren.

Der Skeptiker am Strand von Camogli

Er stand allein im groben Kies von Camogli. In einer Nacht im Februar, in horizontloser Dunkelheit. Natürlich war es kühl und doch war da eine Illusion von salztrunkener Wärme. So blieb er eine Weile stehen, fragte sich wie so oft, ob er das Richtige tat. Sehen konnte man beinahe nichts. Doch er hörte das Meer unablässig gegen das Ufer arbeiten. Helles Rauschen und dumpfes Steine Rollen wechselten sich immer wieder ab. Derweil fühlte er sich ein wenig schutzlos und doch auf eine seltsame Art geborgen; das kam ihm absurd vor. Er fühlte sich selbst als absurdes Wesen. Ihm war es, als sei er in den dunklen Magen eines gigantischen Tiers hinabgestiegen, vor sich nur noch tosende Verdauungssäfte.

Night – light – waves 1
Night – light – waves 2
Night – light – waves 3

Aber die Augen gewöhnten sich an die Nacht. Keine Sterne, kein Mond, keine Positionslichter von Fischerbooten. Nein, es war das Leben der Stadt, das gerade noch die brechenden Wellen erleuchtete. Dort, an der Uferlinie, hätte er ausharren wollen bis in den Morgengrauen. Bis er die Basilica Di Santa Maria Assunta wieder zu sehen bekäme. Doch seine Müdigkeit zwang ihn, die spontane Idee zu verwerfen.

So sah er die Kirche schon bald im Traum, wie sie heftig umspült wurde von dunklen, turmhohen Wellen, als wollte das Tier sie ohne zu zögern verspeisen. Nach bangen Momenten tauchte ein barmherziger Wal am Strand auf, spuckte einen sonderbaren Heiligen aus, der sich betend niederkniete und alsbald verstummten die Winde und das Meer zog sich zurück.

Camogli 9

Beim späten Frühstück sah er durchs Panoramafenster des Hotels, dass die Basilica den Traum unbeschadet überstanden hatte. Möwen umkreisten sie, als könnten sie das kostbare Bauwerk mit ihren Engelsflügeln beschützen.

Die Kirche, benannt nach dem Glauben an die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel, ist einer jener Orte, an denen die Mutter Gottes, die Ersterlöste, der erste unsterbliche Mensch in der Chronik des christlichen Glaubens, verehrt wird.

Vor dem Verzehr der verbotenen Frucht, also im Urstand, wäre Unsterblichkeit noch selbstverständlich gewesen. Tempi passati. Ewiges Leben bleibt folglich der grösste Wunsch vieler Sterblicher. Der Skeptiker fragte sich, wie er sich denn diesen süssen Wunsch verwirklichen könnte; bemerkte aber sogleich, wie töricht sein Gedanke doch war.

Transzendenz der Melancholie

Tauchen ist ein Sport in Schwerelosigkeit. Aber Abtauchen in ungeahnte Tiefen, in empfindliche Dunkelheit, in eine Welt der dreifachen Schwerkraft, ist etwas ganz anderes.

In dieser Tiefe stellen sich neue Fragen: Wie habe ich das bisher nur alles ausgehalten, das schreiende Licht, die zügellosen, grellen Geräusche, die Schnelllebigkeit, die flachen Witze, der öde Smalltalk, all das Makeup und falsche Lachen? Sicher diese Aufzählung gelingt auch beim Schnorcheln an der Oberfläche. Aber die absurde Störung der eignen Existenz durch den Normalbetrieb der Welt wird einem erst dann bewusst, wenn einem dieser Betrieb nicht mehr erreicht.

Man ahnt zwar, am tristen Meeresgrund kann man mangels Sauerstoff nicht zu lange bleiben. Doch die Vorstellung, einfach wieder aufzutauchen, wider diese unerbittliche Schwerkraft, diese Vorstellung lähmt.

Ein wenig Abtauchen – wieder auftauchen.

Ein normaler Rhythmus, der unterbrochen wird. Durch ein radikales, viel tieferes Niedersinken. Sich fallen zu lassen, die Kontrolle zu verlieren… Ist das nicht ambivalent? Wünscht man sich insgeheim nicht solche radikalen Pausen im Wahnsinn des täglichen Schwungs? Und fürchtet sie zugleich?

Melancholia I

Am Boden angelangt, wie bewerte ich diesen ungeplanten Tauchgang? Das Gerede von jede Krise sei auch eine Chance, trifft es nicht ganz. Diese Chance meint eher eine Rückkehr an die alten Ufer, um dort neue Pfähle in den gleichen Sumpf zu schlagen.

Wie sieht der Andere aus vor diesem dunklen HIntergrund? Ist er bei sich selbst oder nur eine Marionette? Warum sehe ich seine Fäden im Dunklen besser? Wer zieht daran? Jeder selbst. Jeder ist sein eigner Puppenspieler. Nur die Drehbücher sind fremd. Verrückt.

Aber warum habe ich auf einmal so viele Fragen…?

Soll ich etwas bekämpfen, was einen Platz in mir verlangt? Die Schwerkraft zu akzeptieren bereitet Mühe, vor allem wenn sie sich wie im vorliegenden Fall im Nu verdreifacht. Wie kompensiert man diese Last? Immerhin die Regeln einer hypomanischen Gesellschaft fallen ab.

Ein fulminanter Neustart? Mit schreienden Neonfarben? Wozu? Schwarz hat seine eigne Dynamik, woraus Schritt für Schritt ein Weg freigetreten wird. Meine Reiseziele definiere ich lieber nach meinen eignen zwiespältigen Bedürfnissen.

Melancholia II

Meine alten Ziele waren die falschen. Nicht meine eignen; waren nicht an meine Existenz adaptiert. Das Verfehlen von irrigen Zielen, ist das nicht ein Segen? Könnte sich manchmal so erweisen, immerhin. Das wäre tröstlich.

Wozu dann noch Schwarzmalen? Weil Schwarz mein Kompass im Leben ist; ein Warnschatten.

Schwarz ist ein inverser Leuchtturm in hellster Nacht.

Ein radikal paradoxes Bild. Doch in den eignen Abgründen kann man seinen bescheidenen Weg weniger verlieren. Paint it black.

Melancholia III

Ein wenig hinter die Dinge zu kommen, zu verstehen und zu fühlen, gelingt womöglich just mit solch flaumigen Tauchgängen. Ohne Gewähr. Aber ohne diese Erfahrungen wäre meine Welt fraglos flach, trocken, hart, dumm, im besten Fall rational geblieben.

Stelser Zeitreise

Als ich endlich das grosse Scheunentor hinter mir schloss, es war schon später Nachmittag, da empfing mich eine unglaublich frische, ja kalte Bergluft. Ich blinzelte ins Licht und hörte nichts als sanften Wind. Ich liess mich von meinen Schritten leiten. Ein Ziel hatte ich nicht. Noch nicht.

Fog and snow in May, Stels 1
Fog and snow in May, Stels 2
Fog and snow in May, Stels 3
Fog and snow in May, Stels 4

Inzwischen, längst hier unten wieder gestrandet, im erbarmungslosen, brüllenden Flachland, erstaunt mich doch die grosse Distanz, welche die kurze Zeit zwischen Mai und Juni auf die Ereignisse zu legen vermag. Das Erinnern wird durch tausend Banalitäten zugedeckt. Man sagt auch, die Erinnerung verblasse. Doch ist es nicht viel mehr ein Zuschütten? Täglich fallen neue Schichten wie Schnee auf die alten Tage, die sich unter dem Gewicht der Gegenwart immer weniger bemerkbar machen.

Der Mai in Stels hingegen begann mit viel Schnee. Im Laufe der Tage trug die Sonne geduldig Schicht um Schicht ab. Bis nur noch kurzes Gras blieb. Millionen Krokusse blühten am Tag darauf. Noch einen Tag später kam ein Mensch auf einer fahrenden Mistschleuder vorbei und änderte alles von Neuem. So erinnert sich Berglandschaft an den Frühling. Hier sind die Spuren der Jahreszeiten noch direkt erlebbar.

Ein Hase sprang talwärts, ein Falke suchte in der Luft stehend nach Mäusen. Und ein paar Rehe scheuchte ich ungewollt aus dem Unterholz. Junge Birken tanzten in den Mai. Über allem hingen schwere Wolken, die mich einhüllten und wieder losliessen. Auch der Schnee war schwer. Mein Weg oft kaum zu sehen. Ich sank ein bis über die Knie. Manchmal durchquerte ich steile Bachtobel, die voller Geröll, Totholz und Geschiebe waren. Erinnerung an einen harten Winter. Kiesgeschiebe verwandelte sich in dickflüssigen Teig. Die Schritte darin wurden zur Lotterie.

Müde zurück, das riesige Scheunentor aufschiebend, freute ich mich einfach darauf, einiges an Holz im Ofen zu verbrennen. Die Berge versanken im Vergessen der Nacht.

Critters everywhere!

Diese düsteren Bilder wirken vielleicht ein bisschen wie ein Rorschachtest. Eigentlich sind es Ausschnitte aus Landschaftsaufnahmen, die durch starke Vergrösserung abstrakt wirken. Man kann darin einiges „sehen“ oder eben nicht. Wer hier allerhand Figuren, Gesichter und Getier sieht, ist wohl eher ein bisschen introvertiert. Wer hier nur sinnfreie Kleckse sieht, ist eher extravertiert. So weit jedenfalls Hermann Rorschachs Überzeugung. Es gibt diesbezüglich kein Richtig oder Falsch, wie es auch beim Urteil über abstrakte Werke keine Wahrheit gibt, sondern nur eine Vorliebe, Abneigung oder dann Gleichgültigkeit. Ich oute mich hiermit als Introvertierter, denn ich habe in diesen Ausschnitten allerhand „Lebendiges“ gesehen.

Soviel zum Inhalt der Bilder. Für die „harten“ Wasserzeichen muss ich mich wohl entschuldigen… Ausnahmsweise möchte ich aber noch technische Details bekannt geben. Inzwischen mache ich schon seit bald zehn Jahren solche Bilder, deren Technik man nun Intentional Camera Movement (ICM) nennt. Vor ein paar Jahren war das noch etwas Besonderes oder etwas Verrücktes, je nach dem, wie man das sehen will. Heute gibt es hingegen tausende Fotografen, die diese Technik verwenden. Auf Instagram kann man unter dem Hashtag #intentionalcameramovement über hunderttausend solcher Bilder bestaunen. Inzwischen haben sich auch die Techniken entsprechend entwickelt. Ich gehöre mit meiner so genannten „in camera single exposure intentional camera movement“-Technik schon zu den eher zurückhaltenden oder „konservativeren“ Anwendern. Heute erlangen „multi exposure“-Bilder bzw. Bilder, die mit einem technischen Mix am Computer hergestellt oder verfeinert werden, immer mehr Beachtung. Ich weiss natürlich nicht, ob ich nicht auch eines Tages solche Techniken anwende, bisher habe ich es jedenfalls nicht getan, bzw. nur für mich allein im stillen Kämmerlein zum Experimentieren.

Ich möchte diese Bemerkung nicht als Wertung verstanden wissen, sondern einfach als Erläuterung für jene, die sich für die technischen Details näher interessieren. Die Qualität oder der „Wert“ eines Bildes kann meiner Meinung nach nicht im geringsten durch die verwendeten Techniken bestimmt werden. Eine rein digital hergestellte Komposition kann genau so gut oder schlecht sein wie ein „naturalistisches“ Foto oder irgendeine Zwischenstufe zwischen Fotografie und digitaler Kunst.

Das Ausgangsmaterial für diese drei Bilder sind zwei ICM-Fotografien der gleichen Landschaft (Toggenburg im Dezember 2019). Die Ausschnitte sind recht klein, was wiederum eine gute Auflösung des Sensors bedingt. Mit einer Handy-Kamera wären diese Ausschnitte so nicht möglich. Bild eins und drei zeigen genau den gleichen „Landschafts“-Ausschnitt. Durch die ICM-Technik werden es dennoch zwei verschiedene Bilder. Es ist eben unmöglich, zweimal das gleiche ICM-Bild zu machen.

Verwendet habe ich eine Sony-Vollformat-Systemkamera mit 70mm Brennweite, ISO 100, Blende 4, Belichtungszeit 1.8 sec., Neutraldichtefilter 3.0, Freihand mit Bewegung während der Belichtungszeit, Aufnahme in RAW-Format, nachbearbeitet mit Capture One und Tonality.

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Der Vorhang ist gefallen

Ich bin selber überrascht, wo überall hin so eine kleine Textreise führen kann. Aber mit Abschluss der zweiten Staffel ist mein Abenteuer in Hulls Labor vorbei. Oder zumindest für eine Weile auf Eis gelegt. Würde man das Ergebnis oder den Zwischenstand in jenem Labor mit einem klassischen Drama vergleichen, was zwar gar keinen Sinn macht, so wären noch drei weitere Staffeln angeraten… Aber da die Handlung zweifellos ihren Höhepunkt bereits erreicht hat, wären’s dann nur noch zwei. Und da eine Retardation nun so gar nicht mein Ding ist (zum Glück), wäre nur noch der finale Akt zu bewältigen, also die Katastrophe oder doch die Katharsis…? Hui, wenn man das wüsste!

(Diese beiden Bilder können in Originalgrösse betrachtet werden)

Jetzt mal etwas ganz anderes

Vielleicht kennen Sie/kennst du das auch? Diesen Drang etwas zu schreiben. Eine Twitterzeile, Tagebuch, Liebesbrief, einen Fortsetzungsroman oder sonst etwas. Wahrscheinlich schon. Vielleicht ist dieser Drang bei manchen so gross, wie ein Bild, nein, viele Bilder, zu machen und dann diese mit anderen zu teilen.

Also mir geht das jedenfalls so und ich habe im Laufe meines Lebens schon einige Anläufe genommen, etwas zu schreiben, um es dann auch jemandem zu zeigen, obwohl es keine persönliche Botschaft war. Was das jeweils wirklich gewesen ist, weiss ich aber selbst nicht, wahrscheinlich nur nette Versuche, etwas neu zu formulieren, was andere schon längst getan haben.

Nun, in diesen Virus- und Lockdownzeiten, mitten im Winter mit überwiegend brutalem Wetter, da lockt die Tastatur noch um einiges mehr als sonst schon. Tagelang hat man nichts Gescheiteres zu tun, als irgendwelche Geschichten zu erfinden. Bevor ich nun anfange um den Brei herumzulaufen: Ich habe also Anfang Januar mit einem neuen Blog begonnen, ohne Bilder, nur mit Texten. Eben aus diesem Drang heraus, den ich selbst nicht ganz verstehe.

Die Frage, worum es denn geht in diesen Texten, muss ich wohl mit einer Enttäuschung beantworten. Der Inhalt ist leider schon recht eigenartig. Das fällt sogar mir selbst auf. Ein paar müssige Überlegungen eines früheren Psychologen, die mir manchmal noch durch den Kopf trollen. Und um diesem Treiben im Hinterstübchen ein Ende zu bereiten, habe ich vermutlich diese Texte geschrieben. So genau weiss ich das selber nicht. Vielleicht ist es auch nur die etwas längere Version von dem hier. Ob es weiter gehen wird mit diesen Texten, keine Ahnung. Das Ganze mache ich, wie immer, wenn ich etwas tue, ohne Plan und Absicht. So kommen dort sicher merkwürdige Begriffe vor, inhaltlich mag das schwer verständlich sein und manche Bezüge zu irgend etwas da draussen bleiben womöglich für immer im Dunkeln. Aber wenigstens der Form nach ist die Geschichte sehr einfach. Meist sind es kurze Dialoge, wie sie auch im Alltag irgendwo erscheinen könnten.

Blogformate sind eigentlich ein Graus für Fortsetzungsgeschichten, weil das Neueste immer zuoberst steht. Darum habe ich sogar einen Link geschaffen, um die Geschichte chronologisch lesen zu können. Falls man sich das also antun möchte, so gibt es immerhin die schöne Gelegenheit, mittendrin richtig gute Musik anzuhören:

Hulls Labor

Herbst 2020

Immer wieder übe ich mich darin, all das Verrückte unserer Zeit mit Gelassenheit hinzunehmen. Eine Übung, die leider nicht immer so gut gelingt. Am besten tut es das noch mit dem Fotoapparat draussen in der Natur, wenn ich an meinen Bildmetaphern arbeiten kann. Der Herbst ist dafür eine wunderbare Quelle.

Again and again I practice taking all the crazy things of our time with serenity. An exercise that unfortunately does not always work so well. It’s best to do this with the camera outside in nature, when I can work on my metaphors. Autumn is a wonderful source for this.

(Zum Vergrössern, einfach auf ein Bild klicken – To enlarge, just click on a picture)

Blau

Seit Urzeiten spiegeln sich Wasser und Himmel gegenseitig ihre blaue Verwandtschaft – und ihre ewige Trägheit… Man könnte meinen, sie bremsten damit auch unsere rasende Zeit aus. Sogar Segelboote scheinen – manchmal – von menschlicher Hektik befreit. Die Gretchenfrage ist: Warum brauchen wir dann eine Regatta?

(Zum Vergrössern der Bilder – einfach drauf klicken)