In eigener und sonstiger Sache

Für heute habe ich mir zwei Themen vorgenommen, die ich hier „abarbeiten“ möchte. Das eine ist mein eigenes „Verhalten“ in diesem sozialen Netz. Das andere ist das Thema Selbstporträts. Und irgendwie klingt beides nach Bauchnabelschau, weshalb beides in einen Beitrag passt – oder auch nicht, wie man gleich feststellt.

Das Selbstportät-Thema geht nun mit einem Klick auf dieses Bild auf den „reflection“-Seiten weiter.

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Selbstporträt mit Ortsangabe

Das andere Thema bleibt hier im Blog. Und endlich habe ich die Funktion des „Weiterlesen-Tags“ gerafft. Es war ja bisher ziemlich ärgerlich, den ganzen Beitrag schon per Mail und Reader preiszugeben (ob das aber heute klappt, sehe ich erst, wenn’s dann vielleicht schon zu spät wäre. Ich bin gespannt.)…

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Fundsache: „Visions of Venice“ in Paris

Nur ein kurzer Hinweis auf eine aktuelle Ausstellung des italienischen Fotografen Roberto Polillo in Paris in der GALERIE 111 an der rue Saint-Antoine 111:

«Visions of Venice» ist noch bis 30. Dezember 2017 zu sehen. Polillo arbeitet hauptsächlich mit intentional camera movement (icm). Ich selber werde leider nicht hingehen können. Wer bis Ende Jahr irgendwann in Paris ist, könnte den Besuch der Ausstellung auf den Zettel nehmen.

Gefunden in den Chroniques d’architecture. Hier mit Bild und Text in französisch.

Mit „intentional camera movement“ durch die Unterwelt

[Nun habe ich die Bildauflösung erhöht. Verglichen mit den Bildern im letzten Posting wirken auch die feineren Strukturen jetzt einigermassen so, wie sie meiner Meinung nach sein sollten. Zum Vergrössern Bild anklicken.]

 

Rückblende in Richtung Sommer

Jetzt, wo der warme und sonnige Oktober sich dem Ende zuneigt und die eher nasskalten Spätherbsttage vor der Tür stehen, strolchen meine Gedanken öfters mal etwas wehmütig zum Sommer zurück, zum Frühsommer gar, mit seinem frischen, unbeschwert gleissenden Licht, dem Glühen und Zirpen…

Viele Menschen träumen in Schwarz-Weiss. Auch bei Erinnerungen verblassen oft die Farben, manchmal fast ganz – bis auf einen winzigen goldigen Rest.

[Häufig, wenn ich meine Bilder hier hochgeladen habe und sie dann anschaue, bin ich etwas enttäuscht: Die von mir gewählte schwache Auflösung ist echt Mist, die gewollte Bildwirkung kann man mehr erahnen als wahrnehmen. Und das alles nur um zu vermeiden, dass diese Bilder eventuell „missbraucht“ werden könnten…Auch hier bei dieser „Rückblende“ geht leider eine Menge feiner Struktur verloren.]

Ein ganzes halbes Jahr

Nein, mit dem gleichnamigen Filmtitel hat dieser Beitrag nichts zu tun. Doch diese Internetseite hier ist jetzt genau ein halbes Jahr alt, aber da es sich schon nach etwas mehr anfühlt, kommt halt ein Ganzes hinzu.

Dieses halbe Jubiläum nehme ich heute zum Anlass, das Bisherige auch einmal kritisch zu beleuchten und mich zu fragen, wie es weitergehen soll. Zudem habe ich mir vorgenommen, einige meiner Unterseiten in Bälde textlich etwas zu überarbeiten.

Ja, foto-stil.com… Also, das ist nun eine Internetseite, die meine Fotos, „Fotografiken“ oder sonst irgendwie nicht näher beschreibbaren Bilder online, öffentlich zugänglich machen soll. Und wie ich dann im Laufe dieses halben Jahres feststellen musste, lebt das Projekt auch von seinem (Slow-)Blog-Anteil. Das Ganze soll einfach ein Feel-good-Projekt sein und hoffentlich kommt das bei manchen Beiträgen auch ein bisschen so rüber.

Der Name foto-stil.com suggeriert nun, dass Fotostile im Zentrum meiner Bemühungen stehen. Doch das ist nur zum Teil richtig. Fotostile sind ein wichtiges, aber in der Fotografie vielleicht auch ein etwas vernachlässigtes „Betätigungsfeld“. In der Regel befassen sich Fotografen lieber mit Themen als mit Stilen, also zum Beispiel mit Porträt-, Landschafts- oder Tierfotografie. Stilfragen sind dann bestenfalls themenabhängig, wenn man sie überhaupt erwägt.

Versuchsweise drehe ich da etwas am Rad: Ich versuche zuerst Stile zu entwickeln und schaue dann, welche Themen zu diesen Stilen passen. Zugegeben, das ist ziemlich merkwürdig, macht mir aber mehr Spass als andersrum. Häufig erlebe ich bei Erörterungen solcher Fragen, dass Stil und Thema miteinander verwechselt wird. Genau betrachtet, gibt es aber auch keinen Konsens unter Fotografen, was denn Fotostile genau sein sollen.

Und wenn ich nun meine „Stilliste“ (die Links auf die „stilistischen“ Unterseiten) auf der homepage anschaue, stellt sich ja auch die berechtigte Frage, ob das wirklich Sinn macht. Kaum irgendwo sonst würde man eine auch nur ähnliche Aufzählung von angeblichen Fotostilen finden. Fehlt hier denn nicht vielmehr die Aufarbeitung der historisch bekannten Fotostile? Als da sind: der Piktorialismus, die Straight Photography, das Neue Sehen, etc. Doch foto-stil.com mag Vieles sein, eines sicher nicht: Eine Plattform für historische, theoretische oder gar fototechnische Erörterungen. Man findet ja leicht viele andere Internetseiten, die dafür geschaffen sind.

Noch ein Problem: Anders als in der Malerei ergeben sich zum Beispiel beim surrealistischen Fotostil Schwierigkeiten, sofern man wie ich nicht gerne zum Hilfsmittel der Fotomontage oder Inszenierung greifen möchte. Surrealistische Effekte sind beim „Angetroffenen“ meist nur subtil als solche erkennbar. Manche Bilder mögen dann eher etwas bizarr als wirklich surreal wirken.

Aus der Stilfrage heraus entwickelt sich für mich die Frage nach geeigneten Techniken. Bildbearbeitungstechniken am Computer interessieren mich jedoch nur am Rande. Fasziniert bin ich hingegen von verschiedenen Aufnahmetechniken. Vor allem jene, die man als Intentional Camera Movement (ICM) zusammenfasst. Für mich ist ICM eine ideale Technik um impressionistisch wirkende Bilder zu kreieren. Zum Halbjahresjubiläum hier ein Bild mit einem bereits ganz typischen ICM-Motiv, dem „Wischeffekt im Wald“ sozusagen, wie man es heute schon da und dort antreffen kann. Ich hoffe dennoch, dass diese Einmalbelichtung nicht nur einen banalen Wischeffekt, sondern – zumindest in der Vergrösserung (Bild anklicken) – die zusätzliche Struktur des Motivs erkennen lässt, so dass das Bild vielleicht nicht unter die Kategorie „Löschen“ fällt.

 

Es gibt  bereits einige wenige Fotokünstler, die diese ICM-Technik so hervorragend beherrschen, dass sie sich gerade damit einen Namen machen konnten. Als Beispiel sei der schwedische Fotograf Erik Malm genannt, dessen fantastische Bilder in der Regel ICM-Bilder sind, die nach seinen Angaben zu 99,9% „single exposures“, also keine Doppelbelichtungen sind, obwohl sie für den interessierten Fotografen genau so aussehen. Und wären nur 80% oder 50% seiner Bilder Einfachbelichtungen – für mich ist er schlicht ein Genie und ein wohl unerreichbares Vorbild.

Interessante ICM-Bilder und andere unkonventionelle Aufnahmen haben den Vorteil, dass man sie praktisch überall, auch direkt vor der Haustür, machen kann. Man braucht keine teure Reise zum Antelope Canyon buchen, um dort ein zugegeben fantastisch schönes konventionelles Foto zu schiessen, das es aber in ganz ähnlicher Ausführung bereits millionenfach (leider wahr…) gibt.

Vielmehr kann man mit einer Kamera auch spielen wie ein Kind und so Dinge und Möglichkeiten entdecken, die sonst schlicht „unerwünscht“ sind. Fotografie heisst ja wörtlich Lichtmalerei oder Zeichnen mit Licht. Mit diesen Begriffen sind vor allem die Anfänge der Fotografie, die sich damals als neue Kunstgattung verstanden hat, verbunden. Wenn ich mir die Bilder aus dieser Zeit anschaue, wie zum Beispiel auf dem Piktorialismus Portal, dann erhalte ich mehr Inspiration als wenn ich einen zeitgenössischen Katalog mit absolut perfekten, aber oft etwas steril wirkenden Wettbewerbssiegerfotos anschaue.

Das ist allerdings mein persönliches „Problem“. Ich mache nicht Bilder, um gute, oder gar technisch perfekte „Fotografien“ zu erhalten, sondern, um mit dem Angetroffenen, dem „Abzubildenden“ eine Resonanz herstellen zu können. Erst wenn mein Inneres, meine Gedanken und Gefühle zum Bild „passen“, dann bin ich zufrieden. Wie das geschieht, kann ich nicht beschreiben. Ich „fotografiere“ intuitiv, auch wenn ich einer stilistischen und thematischen Idee folge. Dass dabei mein Weg immer mehr hin zur abstrakten Fotografie führt, finde ich selbst einfach – interessant.

Solche Resonanz kann man spüren, auch wenn es nicht die eignen Fotos sind. Zum Beispiel Alfred Stieglitzs Bilder aus dem Jahre 1893 „The Terminal“ und „Winter, 5th Avenue“ sind für mich von der Bildwirkung her wahre fotografische Offenbarungen.

Ich bin schon gespannt, was mir denn das nächste halbe Jahr in der fotografischen Entwicklung alles bringen wird. Denn ein Teil solcher Entwicklungen geschehen einfach, man kann nicht alles planen. Ich nehme mir zwar vor, weiter an der ICM-Technik zu feilen und mehr Schwarz-Weiss-Bilder herzustellen – aber man wird sehen.

Herbst im Weinberg

Vor ein paar Tagen war ich in den Weinfelder Weinbergen unterwegs um ICM-Bilder zu kreieren.

Und hier noch ein Solo für das Bild, das mir am besten gefällt:

Chäserrugg

Den „Rücken des Käsers“, den östlichsten Gipfel der eindrücklichen Churfirsten sehen wir bei klarem Wetter vom Wohnzimmer in Weinfelden aus. Folglich war das keine allzu grosse Reise dorthin, die meine Frau und ich Anfang August dieses Jahres unternommen haben, um etwas frische Bergluft schnappen. Ich wollte Blümchen, Kühe und Aussicht fotografieren, also nichts Besonderes. Wir haben uns entschlossen, den Berg nicht zu Fuss zu bezwingen, sondern die bequeme Route von Unterwasser im Toggenburg mit der Standseilbahn zur Zwischenstation Iltios und weiter mit der Luftseilbahn bis zum Gipfel auf 2262 Metern über Meer zu nehmen. Schliesslich gibt’s dort oben noch den Rundweg Rosenboden, wo wandern oder vielmehr spazieren auf dem „Blumenweg“ schwer angesagt ist.

Doch bevor wir jetzt losmarschieren und Blümchen knipsen, noch ein paar Worte zur Bergstation Chäserrugg. Das ist nicht irgendein Nullachtfuffzehn-Betonklotz, sondern ein Neubau der eher besonderen Art. 2015 wurde diese Bergstation der Luftseilbahn mit dem Gipfelrestaurant von den Basler Architekten Herzog & de Meuron errichtet. Für dieses Werk erhielten sie die Auszeichnung „Hase“ (Hm, Eichhörnchen täte mir noch besser gefallen…) in Bronze der Zeitschrift Hochparterre.

Bekannt sind Herzog & Meuron für viele Prestigebauten in aller Welt, so z.B. für den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg und für das Fussballstadion… – nein also die Bayern mag ich – rein fussballerisch betrachtet – einfach nicht. Auch das Hauptgebäude der Firma Actelion in Allschwil ist ein absoluter Hingucker.

Die Bilder der Bergstation zeigen vielleicht ein bisschen, wie gut den Architekten die Verbindung zwischen traditioneller Holzbauweise, zum Teil im „Heuschober“-Stil, und modernen Proportionen und Linienführung gelungen ist.

Ein paar Schritte von der Bergstation weg wurde das Alphorn in Taschenformat (beinahe, jedenfalls ist dieses Instrument federleicht) gefeiert. Nebst dem omnipräsenten Smartphone sind auf dem Bild auch noch eine Spiegelreflex- und eine Drohnenkamera (wenn man genau hinguckt) zu erkennen.

Dieser Alphornbläser wurde an diesem Tag wohl einige hundertmal fotografiert, wobei wir wieder beim common grave of photography wären, aber lassen wir das. Heute gibt’s im Gegensatz zu meinen Absichten auch von mir sogar eine regelrechte Fotoschwemme. Denn die Regeln sind auch zum Brechen da.

Wenn ich irgendwo Kühe sehe, dann wird fotografiert. Ich mag Kühe. Sie liefern uns Milch, Joghurt, Käse, Raclette, Fondue, etc. Warum sollte ich Kühe also nicht mögen? Und sie mich, oder meinen Fotoapparat. Jedenfalls nähern sie sich jeweils schnell und neugierig an und kurz bevor so eine Kuhzunge mein Objektiv zu reinigen beginnt, ziehe ich mich mit dem optischen Gerät doch lieber ein bisschen zurück.

Toll waren an diesem Tag die Schleierwolken, die alleine für sich schon malerische Bilder hergegeben hätten.

Die Blümchen… Ein paar Beispiele vom Rundweg Rosenboden, wo allerdings die Aussicht auf die Bergwelt noch mehr fasziniert.

Beim Blick nach Norden sieht man den Alpstein mit den drei höchsten Gipfeln: Säntis, Altmann und Wildhauser Schafberg. Das erinnerte mich an eine Bergwanderung von vor zehn Jahren:

Hier kurz die nostalgischen Bilder von damals: Der Schafberg mit seinen 2373 Metern Höhe ist ein eher sportliches Ziel. Es gibt keine Seilbahn da hinauf und auch kein Gipfelrestaurant… Wir starteten damals in Wildhaus auf 895 Metern über Meer im dichten Nebel (1). Unterwegs gibt’s absolut nur eine Richtung: steil bergauf. Auf halber Höhe konnten wir erstmals über den Wolken die Churfirsten sehen (2). Oben auf dem Gipfel sieht man rüber zum nahen Säntis mit seiner wuchtigen Bergstation (3) und rüber zum Altmann (4), der ebenfalls nur zu Fuss erreichbar ist. Auf dem Altmann sahen und hörten wir über fast zwei Kilometer Distanz Leute herumjodeln. Wir antworteten, wahrscheinlich ebenso ausdrucksstark. Die Aussicht über das Wolkenmeer auf die etwas tiefer liegenden Churfirsten war schlicht phänomenal (5)! Alles war phänomenal an diesem Tag, zumal wir zu schon vorgerückter Stunde die einzigen auf dem Gipfel waren! Phänomenal war dann auch der Muskelkater nach dem Abstieg, den ich eine ganze Woche lang spürte…

Zurück zu unserem aktuellen, eher beschaulichen Spaziergang, der auch mit ansprechenden Infotafeln recht lehrreich gestaltet ist. Als ich die Bergdohle beim Abflug fotografierte, wusste ich noch nicht, dass ich gleich ein Déjà-vu erleben würde.

Zunächst machte ich einer Gruppe junger Leute Platz, die sich nicht nur lautstark in englischer Sprache unterhielten, sondern da hing noch etwas Spezielles zwischen deren Köpfen: Eine Kamera kardanisch aufgehängt, vielleicht auch mit einem elektronisch gesteuerten Gimbal ausgerüstet, damit das Bild trotz Sauseschritt nicht wackle. Die Gruppe war im Nu an mir vorbeigeflitzt. Ich begriff dann gerade noch, was da in etwa sich abspielte. Eine junge Frau führte tatsächlich ein Interview mit den Jungs und zwar mehr trabend als gehend und filmte das ganze auch noch. Nun ja, Sachen gibt’s.

Ein paar hundert Meter weiter fiel uns die Gruppe wieder auf, diesmal am Abgrund in Richtung Süden mit Blick auf den Walensee stehend und merkwürdig kostümiert. Dann hatte ich das Déjà-vu beziehungsweise ging mir ein Lichtlein auf und ich begriff: Gleich werde ich Zeuge todesmutiger Basejumper, die mal eben schnell nach Walenstadt hinunterspringen.

Da ich selber nicht schwindelfrei bin und nur ein Weitwinkelobjektiv dabei hatte, konnte ich definitiv nur den Absprung aus sicherer Distanz dokumentieren. Mir blieb gerade noch Zeit, die Seriebildfunktion zu starten und schon sprangen die ersten beiden. Bei der Bildanalyse am Computer sah ich zwar den Jumper mit dem weissen Wingsuit nach ca. einer Minute Flugzeit auf mehreren Bildern dicht über den Wald flitzen, aber nur noch als kleinen weissen Fleck. Ich machte mir den Spass, aus der Bildserie annähernd auszurechnen, wie schnell er wohl geflogen sein musste und kam auf ca. 120 bis 160 km/h. Nach Auskunft der dann doch auch berndeutsch redenden Filmerin fliegen sie sogar bis zu 210 km/h schnell.

Auf dem letzten Bild, als der blaue Batman startete, sieht man ca. 1750 Meter tiefer die beiden ersten Springer, sicher gelandet auf der Wiese rechts zwischen Wald und Strasse. Und der mit dem roten Wingsuit sieht man sogar noch ganz oben am Bildrand an seinem kleinen Bremsgleitschirm in der Luft schweben.

So ein Flug dauert keine zwei Minuten – etwas länger hatten wir dann auf dem Rückweg mit der Bergbahn auf der anderen Bergseite hinunter ins Toggenburg und heim in die gute Stube mit der Fernsicht auf diese wunderbare Bergwelt.

 

Neue Bilder

Das erste Bild ist eine bewusst dunkel gehaltene Schwarz-Weiss-Bearbeitung eines der Fotos, die ich vor ein paar Wochen in Genua gemacht habe. Genua, die Heimatstadt der begnadeten Musiker Paganini und De André, die Stadt, die dem bekanntesten Hosenstoff den geläufigen Namen spendierte, die Hafenstadt, die heute noch atmosphärisch die Weite der Meere, die Zeit der Entdecker und frühen Handelsreisenden ausstrahlt. Die Abendstimmung vom „Bigo“-Lift im Hafen aufzunehmen, wenn auch leider durch Scheiben hindurch, war für mich ein Highlight dieser Kurzreise. Das Bild entfaltet seine volle Wirkung leider erst mit der Auflösung des Originals, die ich hier jedoch aus Gründen des Urheberrechts nicht anwende.

Das zweite Bild, Anfang April 2017 aufgenommen, ist das neueste meiner Bilder, das es noch in meine Ausstellung im Restaurant Frohsinn in Weinfelden geschafft hat. Ich liebe zwar diese ICM-Aufnahmetechnik, doch sehe ich solche Bilder durchaus auch selbstkritisch: Durch das Magnolien-Motiv wirkt das Ergebnis schon ziemlich süss, an der Kitschgrenze. Der gelungene Schwung der Kamerabewegung zieht es hoffentlich doch rüber auf die sehenswerte Seite. Da ist, wie ich finde, Musik drin, etwas surreal in der Wirkung, als würde die Magnolie tanzen…

Frohsinniger Erfahrungsbericht

Um diesen Beitrag zu schreiben, bin ich heute ins Restaurant Frohsinn gegangen. Zurück an den Tatort sozusagen. Am Nachmittag ist es hier schön ruhig und ich kann meine ausgestellten Bilder auf mich wirken lassen. Nun dauert diese Ausstellung schon etwas mehr als eine Woche und die Vernissage ist auch schon vorbei… Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Die Erfahrungen der langen Vorbereitungszeit waren vielfältig und ich kann sie gar nicht sinnvoll zusammenfassen. Die allerstärksten Eindrücke waren erstens der Moment, als der Kurator nach anfänglicher Skepsis deutlich sein Interesse an meinen Bildern zu zeigen begann und dann etwa ein Jahr später, als ich am Sonntagmorgen in aller Frühe mit dem gemieteten Combi voller Ausstellungsobjekte von zuhause losgefahren bin.

Das waren Aufbrüche zu neuen Horizonten verbunden mit Gefühlen von Leichtigkeit und Glück. Dann kam am der 9. September 2017, die Vernissage, und mit ihr eine eher ambivalente Gefühlslage. Einerseits war ich stolz und freute mich sehr auf das, was gleich geschehen würde. Andererseits stieg meine Nervosität rasant und ich hätte mich am liebsten krank gemeldet…

Nun, es sind etwa 60 Gäste gekommen, was meine anfänglichen Erwartungen um den Faktor drei übertroffen hat. Wir hatten einen kleinen Apéro und eine Ansprache meines Freundes Felix zu bieten, der im Vorfeld in der Presse fälschlicherweise als Designer angekündigt worden ist. Ich fand das noch recht amüsant, schliesslich ist unsere Welt eh ein merkwürdiger Ort der Fehleranhäufungen (Ich habe mich in diesem Blog früher auch schon als „Fan“ der Fehlertoleranz geoutet.). Und so war ich jetzt gespannt, welche Sätze Felix gleich „designen“ würde.

Nun es kam gut. Sowohl die Einführung und Moderation von Ruedi Würgler, der die Ausstellung hervorragend kuratiert hat, als auch die Rede von Felix Eggmann waren wirklich gut, soweit ich das überhaupt noch mitbekommen habe. Denn ich war schon ziemlich „im Tunnel“ vor meinem Kurzauftritt. Noch nie zuvor hatte ich eine Rede gehalten und ich hielt mich dann auch ziemlich knapp, dankte allen Beteiligten und sprach kurz zum aufwändigsten „Bild“, einer Serie aus zwanzig verschiedenen Einzelbildern, die ich „at Milan Station“ oder meinetwegen „Milano stazione“ nenne, aber nicht „Mailänder Bahnhof“, denn meistens klingen deutsche Titel einfach nicht so, wie das Bild danach verlangt.

Danach war der stressig-schöne Teil für mich vorbei. Der Verkauf der Bilder war an diesem Abend übrigens auch sehr erfreulich und überstieg ebenfalls meine früheren Hoffnungen. Ich habe auf Tiefpreise gesetzt und wurde nicht enttäuscht. Insgesamt ist diese Ausstellung für mich bis jetzt eine sehr schöne (Lern-) Erfahrung und ein Riesenerfolg; würde ich sofort wieder machen auch wenn der Aufwand in der Vorbereitungszeit schon sehr, sehr hoch ist. Wer „nebenbei“ 100% berufstätig ist, wird so ein grosses Projekt kaum realisieren können.

Die Ausstellung werde ich Anfang Oktober noch fotografisch dokumentieren, dann soll es hier im Blog noch entsprechende Bilder geben. Für heute belasse ich es mit Fotos, die meine Frau, Judith, gemacht hat und die Ruedi Würgler, Felix Eggmann und mich bei den Ansprachen zeigen. Wir standen jeweils beim Restauranteingang, so dass man hier nicht so viel, weder von den Bildern, noch vom Publikum sieht. Als Dokumente zum runterladen, sind auch die Werkliste der Ausstellung, die Kaufabsichtserklärung und ein „Essay“ von Ruedi und mir zu finden.

Die Ausstellung im Restaurant Frohsinn in Weinfelden dauert noch bis 2. Dezember 2017 und ist täglich ausser sonntags von 11 bis 23.30 Uhr geöffnet. Gerne stehe ich auch für Fragen und Auskünfte bei einer Besichtigung zur Verfügung, einfach anfragen.

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Ruedi Würgler
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Felix Eggmann
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FMR

 

Werkliste.xlsx

Kaufabsichts-Erklärung

FMR Essay