FMR am 18.August am Kunstmarkt in Zofingen

Zum 21. Mal findet am 18. August 2018 der Open-Air-Kunstmarkt in Zofingen statt. In der schönen Zofinger Altstadt präsentieren über 100 Künstler ihre Werke, Malereien, Skulpturen, Druckgrafiken, Kunsthandwerk und eben auch Fotografien.

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Ich kann’s nicht lassen… Wenn alles wie geplant klappt, werde ich heute in einer Woche wieder einmal ausgewählte Bilder auf Alu-Dibond, auf Acrylglas, als Gallery Print, kostengünstig zum Selber-Rahmen auf Fine-Art-Paper sowie Gruss- und Postkarten zeigen.

Mein Stand wird voraussichtlich in der „Vorderen Hauptgasse“ stehen (siehe Plan).

KMZ18Plan

Einen Marktstand kriegt man für das „Startgeld“ von Fr. 200.– zur Verfügung gestellt. Jedoch ohne Regenschutz. Da ich doch ab und an auch ein wenig zur Vorsicht neige, habe ich gestern noch eine Blache (oder Abdeckplane) geprüft, die mir meine Schwiegermutter freundlicherweise zur Verfügung stellt. Die Dimensionen von 3 x 4 Metern reizten mich, wiedermal das von mir etwas vernachlässigte Fisheye-Objektiv zwecks Dokumentation dieses schönen Blaus auf unserem Vorplatz zu benützen. Was nicht nur zur Folge hat, dass alles rund und verbogen ausschaut, sondern dass man nun an den Bildrändern allerhand Anderes noch sieht. Unten z.B. ein Metermass auf dem „Franz“ geschrieben steht, meine Zehen, oben Nachbars Garagentor, rechts die Katzentür, links Judiths Beine, etc.

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Bevor ich nun völlig abschweife, nochmals kurz zurück zum Thema:

Über Deinen Besuch an meinem Stand würde ich mich ganz besonders freuen… Bis dann also!

art-thur 18 Nachlese

Letzten Sonntag war ich an meinem Stand an der art-thur 18 in Frauenfeld. Hier ein paar Schnappschüsse vom frühen Morgen bevor die vielen Besucher dann durch diese kleine Kunstmesse strömten. Viele zeigten sich interessiert an den Bildern, manche wollten etwas über die fototechnischen Details wissen und einige kauften auch Wandbilder und Faltkarten.

 

 

(Bilder zum Vergrössern bitte anklicken)

Falls jemand am Sonntag die Chance verpasst hat und jetzt hier online schaut: Kein Problem. Alle Bilder, auch die verkauften, sind natürlich immer noch erhältlich.

Gerne zeige ich diese Bilder entweder bei mir zuhause oder eine Auswahl auch dort, wo man sie letztlich gerne haben möchte (im Umkreis von ca. 100 km um Weinfelden).

Einfach Kontaktformular ausfüllen, E-Mail (mueller-rieser@bluewin.ch) schreiben oder gleich telefonieren (+41 71 672 64 07).

Sehen wir uns am 24. Juni?

In Frauenfeld an der art-thur 18!

(Zum Vergrössern Bild bitte anklicken)

Ich freue mich, mit einem eigenen Ausstellungsstand teilzunehmen mit Bildern in verschiedenen Formaten, von der Postkarte bis zum 40x60cm Alu-Dibond-Wandbild.

Farbe – beinahe ohne Struktur

Abstrakte Fotografie ist sicher nicht jedermanns Sache. Ich versuche es dennoch heute mal mit verschiedenen Farbkombinationen und -verläufen.

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Aufgepasst, jetzt kommt der Dilettant

Wer meine Internetseiten häufiger besucht, könnte festgestellt haben, dass ich meine eher minimale Information auf der Homepage vor einiger Zeit etwas aufgepeppt habe. Ein Blogcounter, eine Übersicht der neueren Blogbeiträge, ein Google translator und eine Suchfunktion sind am unteren Ende der Seite dazu gekommen. Das allein wäre natürlich noch keine Erwähnung wert. Aber: Im „Untertitel“ der Seite habe ich zunächst zu meinem Namen den Begriff „Fotograf“ hinzugefügt. Ich dachte, vielleicht könnte das sogar nützlich sein. Denn bei einem ersten Besuch dieser Internetseite verstünde man vielleicht gar nicht, worum es hier denn so geht. Kurze Zeit darauf habe ich noch den „Amateur“ vor den „Fotografen“ gestellt, womit wir endlich beim Thema wären. [Inzwischen habe ich den Untertitel vom Dilettanten/Amateur befreit; es war ein Zusatz, der für mein Projekt doch wenig Sinn gemacht hat. 10.05.2018]

Nehme ich nun mein Übersetzungstool und stelle es auf „Italienisch“, so steht dann im Untertitel: Franz Müller Rieser, fotografo dilettante, Weinfelden, Svizzera. So etwas Sinnloses mache ich tatsächlich, etwa zum Herumprobieren, wie das alles in anderen Sprachen aussieht. Lao finde ich zum Beispiel besonders cool… Und ich mache es aber auch, um Italienisch zu lernen. Oder gehe gleich auf Blogs in richtiger italienischer Sprache. Italienisch „lernen“ tue ich auf hundert verrückte und leider bisher ziemlich unfruchtbare Arten. Zum Beispiel schaue ich mir italienische Kochsendungen im TV an. Ich verstehe dann immerhin spaghetti, il cuoco und bellissima. Das ist nicht viel. Besser war da schon neulich mein Skiurlaub im Trentino, wo man hin und wieder mal Italienisch sprechen kann sollte. Nun, Italienisch lerne ich also völlig dilettantisch, einverstanden. Aber verhält es sich beim Fotografieren denn genauso?

Teils, teils. Ich bin zu 99% Autodidakt, was das Fotografieren betrifft und ich geniesse den spielerischen Umgang mit Motiven, Fotoapparaten und Nachbearbeitungs-möglichkeiten. Andererseits habe ich durchaus einen gewissen Qualitätsanspruch in Bezug auf meine Endprodukte, die Bilder. Warum sollte ich mich also mit dem Begriff des Dilettanten oder Amateurs schmücken? Ich bin zwar schon jemand, der sich auch ab und an mal gerne selber ins Knie schiesst, aber so ist das in diesem Fall gar nicht gemeint.

Der Dilettant war ursprünglich kein negativ besetzter Begriff, sondern diente einzig der Unterscheidung zwischen Leuten, die etwas aus Leidenschaft praktizieren und jenen, die das gleiche als Broterwerb tun. Zudem habe ich ja Amateur geschrieben. Aber auch dieser Begriff nützt sich ab und wird mit der Zeit zum Schimpfwort, genauso wie der Dilettant schon längst einer ist. Das ist ein ganz weit verbreitetes Sprachphänomen. Viele (Fach-)Begriffe werden im rustikalen Gebrauch der Alltagssprache negativ gefärbt und somit mit der Zeit unbrauchbar oder zumindest politisch nicht mehr korrekt. Das Lustige daran ist, dass im Prinzip ganz anständige Leute an diesem Ab- und Umbauprozess aktiv beteiligt sind und sich dann von Zeit zu Zeit mit einem gesellschaftlich verordneten Begriffswechsel ans moralisch sichere Ufer retten (müssen). Allein schon deshalb reizt es mich jetzt im Moment gerade sehr, als kleinen sinnlosen Protest den halb ruinierten Begriff des Amateurs im Untertitel meiner Webseite durch den (völlig ruinierten) des Dilettanten zu ersetzen…

Aber ich schweife ab. Mein Anliegen war natürlich, mich mit dem Begriff des Amateurfotografen vom Berufsfotografen ganz banal abzugrenzen. Dies einerseits aus Respekt vor Menschen, die diesen Beruf seriös erlernt haben und sich somit ein umfangreiches Fachwissen erworben haben, das ich höchstens ansatzweise besitze. Andererseits möchte ich aber den Amateurfotografen auch aufwerten. Er ist meines Erachtens mehr als nur ein Hobby- oder Smartphoneknipser. Er oder sie ist jemand, dem die Fotografie wirklich einiges bedeutet, um es mal ganz unpathetisch zu sagen.

Dazu ein wie ich finde sehr passendes Zitat von Egon Friedell, dem genialen jüdisch-österreichischen Journalisten, Schriftsteller und Kulturphilosophen, der sich 1938 vor dem drohenden Zugriff der Nazis selbst das Leben nahm und der zu Lebzeiten als Störenfried und Querdenker galt:

…Was den Dilettantismus anlangt, so muss man sich klarmachen, dass allen menschlichen Betätigungen nur so lange eine wirkliche Lebenskraft innewohnt, als sie von Dilettanten ausgeübt werden. Nur der Dilettant, der mit Recht auch Liebhaber, Amateur genannt wird, hat eine wirklich menschliche Beziehung zu seinen Gegenständen, nur beim Dilettanten decken sich Mensch und Beruf; und darum strömt bei ihm der ganze Mensch in seine Tätigkeit und sättigt sie mit seinem ganzen Wesen, während umgekehrt allen Dingen, die berufsmässig betrieben werden, etwas im üblen Sinne Dilettantisches anhaftet: irgendeine Einseitigkeit, Beschränktheit, Subjektivität, ein zu enger Gesichtswinkel. Der Fachmann steht immer zu sehr in seinem Berufskreise, er ist daher fast nie in der Lage, eine wirkliche Revolution hervorzurufen: er kennt die Tradition zu genau und hat daher, ob er will oder nicht, zu viel Respekt vor ihr. Auch weiss er zu viele Einzelheiten, um die Dinge noch einfach genug sehen zu können, und gerade damit fehlt ihm die erste Bedingung fruchtbaren Denkens. Die ganze Geschichte der Wissenschaften ist daher ein fortlaufendes Beispiel für den Wert des Dilettantismus. Das Gesetz von der Erhaltung der Energie verdanken wir einem Bierbrauer namens Joule… (Egon Friedell, 1878-1938 in „Kulturgeschichte der Neuzeit“)

Friedell zählt neben Joule noch einige andere Beispiele auf. Man könnte sogar Albert Einstein erwähnen, der seine bahnbrechenden Theorien 1905 als einfacher Beamter des Schweizer Patentamts in Bern formuliert hat.

Und in der Geschichte der Fotografie waren es vor allem die Amateure, die die Fotografie stilistisch, inhaltlich und auch technisch entscheidend weiterentwickelt haben. Beispielsweise waren die Mitglieder des einflussreichen Linked Ring, zu dem auch Alfred Stieglitz gehörte, fast ausnahmslos Amateure. Die meisten heute weltbekannten Fotografinnen und Fotografen haben keine klassische Fotografenausbildung genossen, einige haben zwar einen universitären Abschluss wie den Master of Arts, haben also unter anderem Fotografie unter dem künstlerischen Blickwinkel studiert.

So viel zum Dilettanten. Was heisst das aber jetzt für den gescholtenen Profi? Klar werden Berufsfotografen Friedells ziemlich radikalen Einwurf zugunsten der Amateure nicht gerade schätzen. Und natürlich bedarf es gewisser technischer (Fach-)
kompetenz, um „gute“ Fotos zu schiessen. Keine Frage. Wenn es aber nur dabei bleibt, resultiert Langeweile, sowohl beim Profi wie bei seinen Kunden. Aber was den wirklich guten Profi ausmachen täte, wäre meiner Meinung nach, sich bei der Arbeit eine kleine oder manchmal auch grössere Portion „Dilettantismus“ zu gönnen; sicher im Sinne einer „menschlichen Beziehung zu seinen Gegenständen“ und auch im Sinne, aus der „Tradition“, aus der Enge des scheinbar Unumstösslichen herauszutreten. Das erworbene Fachwissen mit dem sorglosen Spieltrieb des Dilettanten zu vereinen, das würde meiner Ansicht nach eine lebendige Fotografie ermöglichen. Ich bin überzeugt, dass die erfolgreichen Profifotografen genau dies sowieso schon tun.

Abendstimmung beim Würth Haus in Rorschach

Vor ein paar Tagen habe ich im Würth Haus in Rorschach die wirklich sehenswerte Ausstellung Menagerie – Tierschau aus der Sammlung Würth besucht (noch bis 03. Februar 2019). Hier sind Werke vereint, die sich alle um das Thema Tier oder vielmehr um das Verhältnis des Menschen zum Tier drehen. Namhafte Künstler sind vertreten, so zum Beispiel Pablo Picasso, Tomi Ungerer, Max Liebermann und Andy Warhol. Aus dem Flyer zur Ausstellung:

„Über Jahrhunderte, davon zeugt der Reichtum unseres verbalen Bestiariums, war es für Literatur und Kunst eine kreative Herausforderung, das rätselhafte Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die Sonderstellung zwischen Nähe und Ferne, Vertrautheit und Fremdheit, zwischen frappanter Ähnlichkeit und undurchdringlicher Andersheit abzubilden, zu beschreiben, auszuloten oder spielerisch ins Fantastische zu steigern.“

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Leer

Mit meinem ersten Beitrag im 2018 wünsche ich allen Besuchern dieses Blogs ein gutes neues Jahr mit viel Erfüllung, denn noch ist es ja ziemlich leer.

So leer wie der Kreuzlinger Jachthafen im Winter, den ich kürzlich bei Regenwetter besucht und fotografiert habe. Phillippe Mahler brachte mich auf diese schöne Bildidee, begleitete mich und hielt einen Schirm notwendigerweise über den Fotoapparat.

Mich fasziniert diese Leerheit, die zu einem Minimalismus in der Bildgestaltung führt, aber auch einfach das frische Grün des Bodenseewassers bei Regenwetter sowie die zahlreichen hier überwinternden Enten aus dem hohen Norden, welche diesem Bild ein wenig Struktur verleihen.

Zum Vergrössern, Bild einfach anklicken.

Herbstfarben

Zum Vergrössern Bilder bitte anklicken.

Damit geht’s für mich in eine kurze Weihnachtsblogpause. Ich wünsche allen schöne und friedliche Festtage.

Bis demnächst – FMR

Noch zwei Tage…

…und dann ist meine Ausstellung im Restaurant Frohsinn in Weinfelden zu Ende. Grund genug um eine kleine Auswahl mit „Bildern einer Ausstellung“ zu zeigen. (Zum Vergrössern wie immer bitte einfach auf die Bilder klicken. Diese Fotos sind recht gross, so dass man, falls im Galerie-Bilder-Modus unten rechts „Bild in Originalgrösse anschauen“ gewählt wird, noch genug von den Exponaten zu sehen ist.)

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Fundsache: „Visions of Venice“ in Paris

Nur ein kurzer Hinweis auf eine aktuelle Ausstellung des italienischen Fotografen Roberto Polillo in Paris in der GALERIE 111 an der rue Saint-Antoine 111:

«Visions of Venice» ist noch bis 30. Dezember 2017 zu sehen. Polillo arbeitet hauptsächlich mit intentional camera movement (icm). Ich selber werde leider nicht hingehen können. Wer bis Ende Jahr irgendwann in Paris ist, könnte den Besuch der Ausstellung auf den Zettel nehmen.

Gefunden in den Chroniques d’architecture. Hier mit Bild und Text in französisch.

Mit „intentional camera movement“ durch die Unterwelt

[Nun habe ich die Bildauflösung erhöht. Verglichen mit den Bildern im letzten Posting wirken auch die feineren Strukturen jetzt einigermassen so, wie sie meiner Meinung nach sein sollten. Zum Vergrössern Bild anklicken.]

 

Rückblende in Richtung Sommer

Jetzt, wo der warme und sonnige Oktober sich dem Ende zuneigt und die eher nasskalten Spätherbsttage vor der Tür stehen, strolchen meine Gedanken öfters mal etwas wehmütig zum Sommer zurück, zum Frühsommer gar, mit seinem frischen, unbeschwert gleissenden Licht, dem Glühen und Zirpen…

Viele Menschen träumen in Schwarz-Weiss. Auch bei Erinnerungen verblassen oft die Farben, manchmal fast ganz – bis auf einen winzigen goldigen Rest.

[Häufig, wenn ich meine Bilder hier hochgeladen habe und sie dann anschaue, bin ich etwas enttäuscht: Die von mir gewählte schwache Auflösung ist echt Mist, die gewollte Bildwirkung kann man mehr erahnen als wahrnehmen. Und das alles nur um zu vermeiden, dass diese Bilder eventuell „missbraucht“ werden könnten…Auch hier bei dieser „Rückblende“ geht leider eine Menge feiner Struktur verloren.]

Ein ganzes halbes Jahr

Nein, mit dem gleichnamigen Filmtitel hat dieser Beitrag nichts zu tun. Doch diese Internetseite hier ist jetzt genau ein halbes Jahr alt, aber da es sich schon nach etwas mehr anfühlt, kommt halt ein Ganzes hinzu.

Dieses halbe Jubiläum nehme ich heute zum Anlass, das Bisherige auch einmal kritisch zu beleuchten und mich zu fragen, wie es weitergehen soll. Zudem habe ich mir vorgenommen, einige meiner Unterseiten in Bälde textlich etwas zu überarbeiten.

Ja, foto-stil.com… Also, das ist nun eine Internetseite, die meine Fotos, „Fotografiken“ oder sonst irgendwie nicht näher beschreibbaren Bilder online, öffentlich zugänglich machen soll. Und wie ich dann im Laufe dieses halben Jahres feststellen musste, lebt das Projekt auch von seinem (Slow-)Blog-Anteil. Das Ganze soll einfach ein Feel-good-Projekt sein und hoffentlich kommt das bei manchen Beiträgen auch ein bisschen so rüber.

Der Name foto-stil.com suggeriert nun, dass Fotostile im Zentrum meiner Bemühungen stehen. Doch das ist nur zum Teil richtig. Fotostile sind ein wichtiges, aber in der Fotografie vielleicht auch ein etwas vernachlässigtes „Betätigungsfeld“. In der Regel befassen sich Fotografen lieber mit Themen als mit Stilen, also zum Beispiel mit Porträt-, Landschafts- oder Tierfotografie. Stilfragen sind dann bestenfalls themenabhängig, wenn man sie überhaupt erwägt.

Versuchsweise drehe ich da etwas am Rad: Ich versuche zuerst Stile zu entwickeln und schaue dann, welche Themen zu diesen Stilen passen. Zugegeben, das ist ziemlich merkwürdig, macht mir aber mehr Spass als andersrum. Häufig erlebe ich bei Erörterungen solcher Fragen, dass Stil und Thema miteinander verwechselt wird. Genau betrachtet, gibt es aber auch keinen Konsens unter Fotografen, was denn Fotostile genau sein sollen.

Und wenn ich nun meine „Stilliste“ (die Links auf die „stilistischen“ Unterseiten) auf der homepage anschaue, stellt sich ja auch die berechtigte Frage, ob das wirklich Sinn macht. Kaum irgendwo sonst würde man eine auch nur ähnliche Aufzählung von angeblichen Fotostilen finden. Fehlt hier denn nicht vielmehr die Aufarbeitung der historisch bekannten Fotostile? Als da sind: der Piktorialismus, die Straight Photography, das Neue Sehen, etc. Doch foto-stil.com mag Vieles sein, eines sicher nicht: Eine Plattform für historische, theoretische oder gar fototechnische Erörterungen. Man findet ja leicht viele andere Internetseiten, die dafür geschaffen sind.

Noch ein Problem: Anders als in der Malerei ergeben sich zum Beispiel beim surrealistischen Fotostil Schwierigkeiten, sofern man wie ich nicht gerne zum Hilfsmittel der Fotomontage oder Inszenierung greifen möchte. Surrealistische Effekte sind beim „Angetroffenen“ meist nur subtil als solche erkennbar. Manche Bilder mögen dann eher etwas bizarr als wirklich surreal wirken.

Aus der Stilfrage heraus entwickelt sich für mich die Frage nach geeigneten Techniken. Bildbearbeitungstechniken am Computer interessieren mich jedoch nur am Rande. Fasziniert bin ich hingegen von verschiedenen Aufnahmetechniken. Vor allem jene, die man als Intentional Camera Movement (ICM) zusammenfasst. Für mich ist ICM eine ideale Technik um impressionistisch wirkende Bilder zu kreieren. Zum Halbjahresjubiläum hier ein Bild mit einem bereits ganz typischen ICM-Motiv, dem „Wischeffekt im Wald“ sozusagen, wie man es heute schon da und dort antreffen kann. Ich hoffe dennoch, dass diese Einmalbelichtung nicht nur einen banalen Wischeffekt, sondern – zumindest in der Vergrösserung (Bild anklicken) – die zusätzliche Struktur des Motivs erkennen lässt, so dass das Bild vielleicht nicht unter die Kategorie „Löschen“ fällt.

 

Es gibt  bereits einige wenige Fotokünstler, die diese ICM-Technik so hervorragend beherrschen, dass sie sich gerade damit einen Namen machen konnten. Als Beispiel sei der schwedische Fotograf Erik Malm genannt, dessen fantastische Bilder in der Regel ICM-Bilder sind, die nach seinen Angaben zu 99,9% „single exposures“, also keine Doppelbelichtungen sind, obwohl sie für den interessierten Fotografen genau so aussehen. Und wären nur 80% oder 50% seiner Bilder Einfachbelichtungen – für mich ist er schlicht ein Genie und ein wohl unerreichbares Vorbild.

Interessante ICM-Bilder und andere unkonventionelle Aufnahmen haben den Vorteil, dass man sie praktisch überall, auch direkt vor der Haustür, machen kann. Man braucht keine teure Reise zum Antelope Canyon buchen, um dort ein zugegeben fantastisch schönes konventionelles Foto zu schiessen, das es aber in ganz ähnlicher Ausführung bereits millionenfach (leider wahr…) gibt.

Vielmehr kann man mit einer Kamera auch spielen wie ein Kind und so Dinge und Möglichkeiten entdecken, die sonst schlicht „unerwünscht“ sind. Fotografie heisst ja wörtlich Lichtmalerei oder Zeichnen mit Licht. Mit diesen Begriffen sind vor allem die Anfänge der Fotografie, die sich damals als neue Kunstgattung verstanden hat, verbunden. Wenn ich mir die Bilder aus dieser Zeit anschaue, wie zum Beispiel auf dem Piktorialismus Portal, dann erhalte ich mehr Inspiration als wenn ich einen zeitgenössischen Katalog mit absolut perfekten, aber oft etwas steril wirkenden Wettbewerbssiegerfotos anschaue.

Das ist allerdings mein persönliches „Problem“. Ich mache nicht Bilder, um gute, oder gar technisch perfekte „Fotografien“ zu erhalten, sondern, um mit dem Angetroffenen, dem „Abzubildenden“ eine Resonanz herstellen zu können. Erst wenn mein Inneres, meine Gedanken und Gefühle zum Bild „passen“, dann bin ich zufrieden. Wie das geschieht, kann ich nicht beschreiben. Ich „fotografiere“ intuitiv, auch wenn ich einer stilistischen und thematischen Idee folge. Dass dabei mein Weg immer mehr hin zur abstrakten Fotografie führt, finde ich selbst einfach – interessant.

Solche Resonanz kann man spüren, auch wenn es nicht die eignen Fotos sind. Zum Beispiel Alfred Stieglitzs Bilder aus dem Jahre 1893 „The Terminal“ und „Winter, 5th Avenue“ sind für mich von der Bildwirkung her wahre fotografische Offenbarungen.

Ich bin schon gespannt, was mir denn das nächste halbe Jahr in der fotografischen Entwicklung alles bringen wird. Denn ein Teil solcher Entwicklungen geschehen einfach, man kann nicht alles planen. Ich nehme mir zwar vor, weiter an der ICM-Technik zu feilen und mehr Schwarz-Weiss-Bilder herzustellen – aber man wird sehen.

Herbst im Weinberg

Vor ein paar Tagen war ich in den Weinfelder Weinbergen unterwegs um ICM-Bilder zu kreieren.

Und hier noch ein Solo für das Bild, das mir am besten gefällt:

Neue Bilder

Das erste Bild ist eine bewusst dunkel gehaltene Schwarz-Weiss-Bearbeitung eines der Fotos, die ich vor ein paar Wochen in Genua gemacht habe. Genua, die Heimatstadt der begnadeten Musiker Paganini und De André, die Stadt, die dem bekanntesten Hosenstoff den geläufigen Namen spendierte, die Hafenstadt, die heute noch atmosphärisch die Weite der Meere, die Zeit der Entdecker und frühen Handelsreisenden ausstrahlt. Die Abendstimmung vom „Bigo“-Lift im Hafen aufzunehmen, wenn auch leider durch Scheiben hindurch, war für mich ein Highlight dieser Kurzreise. Das Bild entfaltet seine volle Wirkung leider erst mit der Auflösung des Originals, die ich hier jedoch aus Gründen des Urheberrechts nicht anwende.

Das zweite Bild, Anfang April 2017 aufgenommen, ist das neueste meiner Bilder, das es noch in meine Ausstellung im Restaurant Frohsinn in Weinfelden geschafft hat. Ich liebe zwar diese ICM-Aufnahmetechnik, doch sehe ich solche Bilder durchaus auch selbstkritisch: Durch das Magnolien-Motiv wirkt das Ergebnis schon ziemlich süss, an der Kitschgrenze. Der gelungene Schwung der Kamerabewegung zieht es hoffentlich doch rüber auf die sehenswerte Seite. Da ist, wie ich finde, Musik drin, etwas surreal in der Wirkung, als würde die Magnolie tanzen…